Stricken ist menschlich - Vollenden ist göttlich
Menno!!

Ich gestehe: es war wohl sehr vermessen, jetzt schon genug Wolle für eine Jacke zusammenspinnen zu wollen, auch wenn die Jacke inzwischen gedanklich zur Weste geschrumpft ist. Gestern habe ich angeschlagen, vergnügt und stolz den ersten Strang verstrickt, dann den zweiten zum Knäuel gewickelt, gestutzt - und angefangen zu fluchen. Die Stärke ist ziemlich genau gleich geworden, aber offenbar sind beim zweiten und dritten Strang die Fäden viel stärker verdreht (wie heißt das eigentlich fachmännisch?), die Wolle ist glatter, glänzender, und härter - nicht kratzig, aber fühlbar straffer, nicht so schön fluffig wie die erste Charge. Und das war im Strickbild auch deutlich zu sehen. Ungefähr den halben zweiten Strang lang hab ich mir das mit angesehen und dann das Ganze wieder aufgezogen. Was ich jetzt allerdings mit der Wolle anstellen soll, weiß ich nicht. Mistmistmist! Moral von der Geschicht: wir backen jetzt erst mal wieder kleinere Brötchen und üben uns in Bescheidenheit...
Übrigens, das kleine Knäulchen von dem grauen Vlies kratzt furchtbar. Das muss am Verspinnen liegen, denn das Vlies selber ist kuschelweich. Offenbar sind dort dauernd kürzere Fasern quer reingeraten, die rausspießen und kratzen? Anders kann ich mir das nicht erklären.

 
angela, 2005-08-21 13:32
sicher doch...
... das liegt am Verspinnen... nämlich am zu-fest-verdrehen. Je lockerer man spinnt, desto mehr Bewegungsfreiheit haben die Fasern und müssen nicht wie Stacheln pieksen - tolle "Theorie"... scheint mir gerade doch ein Unsinn, das Ganze....
Grübel...
grübel...
Das mit den quer liegenden Faser ist sicher auch eine gute Erklärung...
Aber letztlich ist das einzelne Haar möglicherweise härter als bei der roten Wolle?
Viele grübelnde Grüße
Angela

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lottchen, 2005-08-22 20:34
Bei genauerer Betrachtung und Befühlung sind die Fasern des Vlieses wirklich härter und vor allem kürzer. Schon wenn man den Vliesstreifen etwas zusammendreht, kratzt es. Die Merino im Band ist viel weicher. Schade, Wollknoll hat so schöne melierte Vliese, aber davon lass ich wohl besser die Finger - vorläufig :-)
Liebe Grüße
Katrin

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angela, 2005-08-22 23:20
ja genau...
kürzere Fasern brauchen mehr Drehung und es wird automatisch fester und härter - Extrembeispiel Baumwolle.
Das wird aber auch mit mehr Übung nicht besser (das schwarze Garn mit den bunten Pünktchen, das ich neulich gemacht habe, ist auch so...)
nun ja... anderer Einsatzzweck: Outdoor-Pulli...
Seufzergrüße
Angela

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molly, 2005-08-21 19:22
Hallo,
das geht mir genauso.
Aus dem ersten gesponnen Kilo sollte eine dicke Winterjacke werden und meine Wolle ist viel ungleichmäßiger geworden als deine. Das Rückenteil ist fertig. Beim ersten Vorderteil hakt es schon seit Wochen (Monaten?). Obwohl ich mit Nadelstärke 8 stricke ist es mal brettartig fest und dann wieder kann man fast durchsehen. Ungleichmäßig eben.
Seufz, ich fürchte das wird eine Katzendecke....
Mit Vlies hatte ich übrigens auch kein Glück, das bleibt jetzt zum Filzen im Karton.
Viele Grüße
Sabine

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lottchen, 2005-08-22 20:30
Also sowas wollte ich jetzt aber nicht hören :-) Wann genau kann man mit sinnvollen Verwendungsmöglichkeiten des produzierten Garns rechnen? Irgendwie hatte ich mir das alles viel zu einfach vorgestellt...
Liebe Grüße
Katrin

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stricker, 2005-08-23 17:18
na dann: also aufmunternd! meine erste größere menge am spinnrad gesponnener wolle war auch ungleichmäßig. punkt. aber: ich habe ein ganzes kilo gesponnen und dann eine etwa 600 g schwere jacke aus den "besten" partien gestrickt ... so sollte es gehen: großzügig spinnen und dann geschickt verteilen auf die einzelnen teile. ansonsten könntest du auch versuchen, abwechselnd reihenweise die partien zu verstricken. andere variante: mehrfarbig stricken, das schluckt ungleichmäßigkeiten enorm. zum trost: ich habe bei meinem ersten kleidungsstück aus selbstgesponnener wolle drei ärmel stricken müssen: bei einem war das garn so sehr überdreht, dass er sich in die diagonale gelegt hat ...

liebe grüße
jörg

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